Konzeption

                                                 Inhalt

Vorwort

1. Informationen zur Einrichtung

  • Soziale Struktur

2. Rahmenbedingungen

  • Platzangebot, Altersstruktur
  • Öffnungszeiten
  • Personelle Besetzung
  • Raumangebot

3. Ziele unserer pädagogischen Arbeit

  • Situationsbezogener Ansatz
  • Pädagogische Schwerpunkte/ Partizipation, rechtliche Einordnung der Beteiligungsrechte
  • Raumnutzung
  • Tagesablauf
  • Rolle der Erzieher/in

4. Zusammenarbeit der Mitarbeiterinnen

  • Teambesprechungen
  • Planung
  • Fortbildung

5. Elternarbeit

6. Öffentlichkeitsarbeit

7. Qualitätsmanagement – Evaluation

 

Vorwort

Wir sehen unsere Aufgabe darin, auf die veränderten Lebensbedingungen der Kinder zu reagieren und ihnen einen Erfahrungsraum zur Verfügung zu stellen, der dem freien Kinderspiel möglichst nahe kommt.

Ein stabiles Familiengefüge ist immer seltener, Kinder müssen sich in vielen Bereichen auf ständige Veränderungen einstellen.

Die Sicherheiten aber auch die Freiräume von Kindern in unserer Gesellschaft nehmen ab. Der Tagesablauf wird von Eltern und Erziehern verplant. Was in der Vergangenheit noch auf der Straße in der sozialen Gruppe durch Ausprobieren hautnah erfahren werden konnte, wird heute fast ausschließlich von Erwachsenen beeinflusst. Fast alles geschieht organisiert, terminiert und kontrolliert und schränkt die Kinder ein. Es ist kaum mehr Raum für eigene Erfahrungen, Kreativität und selbst gewählte soziale Kontakte, die Grundbedürfnisse der Kinder nämlich einfach zu spielen, findet zu wenig Berücksichtigung.

Hinzu kommt, dass die Anforderungen an die Kinder stetig gestiegen sind und zukünftig weiter steigen werden. Die Kinder wachsen in eine Gesellschaft hinein, in der Bildung und Wissen einen immer größeren Stellenwert haben.

Der Kindergarten als erste Bildungseinrichtung muss sich zur Aufgabe machen,
dem Kind nicht ausschließlich Wissen, sondern vielmehr „die Fähigkeit zu lernen“ zu vermitteln.

Zukunftsorientiert und gewinnbringend kann dieses nur durch ganzheitliches
Lernen, durch Entfaltung der Sinne und durch Selbsterfahrung erreicht werden.

Bietet man Kindern diese Möglichkeit, entwickeln sie eigenständig Lern- und
Handlungskompetenzen, die Grundlagen für ein Leben langes Lernen sind.

 

1. Informationen zur Einrichtung

Wir sind eine Elterninitiative, die 1998 gegründet wurde. Die vorher schon bestehende Einrichtung wurde von der Evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle getragen. Aus finanziellen Gründen war die Kirche nicht mehr in der Lage, den Kindergarten weiter zu tragen bzw. zu finanzieren.

Die Eltern, die zu diesem Zeitpunkt ihre Kinder in den Kindergarten Viktoriastraße geschickt hatten, wollten nicht, dass die Einrichtung aufgelöst werden sollte. Somit gründeten sie 1998 die Elterninitiative „Kindergarten Viktoriastraße e. V.“ in Schalksmühle. Der Kindergarten heißt seit dem Sommer 2000 Kindergarten „Junges Gemüse“.

 

Die soziale Struktur des Kindergartens

Schalksmühle ist eine Gemeinde mit ca. 12000 Einwohnern im Märkischen Kreis, in der viel Industrie angesiedelt ist. Durch den demographischen Wandel hat sich die Schullandschaft in Schalksmühle geändert. Bis vor einem Jahr befand sich eine Verbundschule, sowie eine Grundschule in unserem Umfeld. Ab Sommer 2014 gibt es eine Primusschule in Schalksmühle, das heißt lernen von der 1. bis zur 10. Klasse. Diese Schulform lässt sich sehr gut mit unserem Bildungskonzept vereinbaren.

Die meisten Eltern sind beide berufstätig. Die Zahl der Alleinerziehenden nimmt immer mehr zu. In unserer Einrichtung sind alle sozialen Schichten vertreten. Bei uns ist jede Familie willkommen, egal welcher Herkunft oder Religion. Wir arbeiten integrativ bzw. inklusiv.

 

2. Rahmenbedingungen

Platzangebot

Wir bieten Platz für zwei Gruppen.
Eine Gruppe für Kinder im Alter von 3 Jahren bis zum Beginn der Schulpflicht,
eine Gruppe für Kinder von 0,4 Jahren bis 3 Jahren.

Wir bieten eine Mittagsbetreuung an. Das Mittagessen wird frisch gekocht und warm von einem ortsansässigen Buffet Service geliefert.

 

Öffnungszeiten:

  • 7:00 Uhr bis 16:00 Uhr (mit Mittagessen)
– Betreuungszeit 45 Std. pro Woche
  • 7:00 Uhr bis 14:00 Uhr
– Betreuungszeit 35 Std. pro Woche
  • 7:00 Uhr bis 12:00 Uhr
– Betreuungszeit 25 Std. pro Woche
               oder
  • 7:30 Uhr bis 12:30 Uhr

Keine pädagogischen Angebote am Nachmittag.

Unser Kindergarten ist in den letzten 3 Sommerferien  Wochen geschlossen. Die Schließzeiten werden mit den Eltern im Vorstand und dem pädagogischen Personal
festgelegt.

Wir arbeiten teilweise gruppenübergreifend, Näheres hierzu im pädagogischen Teil.

 

Personelle Besetzung

Beide Gruppen sind mit mehr Personalstunden ausgestattet, als gesetzlich mindestens vorgeschrieben ist.

 

Gruppenform III  – Kinder im Alter von 3 Jahren bis Beginn der Schulpflicht

2 Fachkräfte und eine Integrationskraft.

 

Gruppenform II- Kinder im Alter von 0,4 Jahren bis 3 Jahren

3 Fachkräfte, wenn möglich, eine Erzieherin im Anerkennungsjahr
oder eine Kraft im Bundesfreiwilligen Jahr. Unsere Einrichtung ist
für den Bundesfreiwilligendienst anerkannt.

Es absolvieren immer wieder Praktikanten von der Realschule, Berufskolleg oder
Gymnasium ihr Praktikum in unserer Einrichtung.

 

Raumangebot

Gebäude I

  • 2 Gruppenräume mit Nebenraum (variabel nutzbar)
  • Wickelraum
  • 2 Schlafräume für U 3-Betreuung
  • Sanitärbereich für Kinder,
  • Toilette für Erwachsene
  • Küche

Gebäude II

  • Bewegungsraum
  • Personalraum, der auch als Therapieraum wie Sprachförderung und gezielte Kleingruppenarbeit genutzt wird.
  • Ruheraum für die ü 3 Betreuung, auch variabel nutzbar.
  • Büro
  • Sanitärbereich für Kinder und Erwachsene
  • Abstellraum

Ein Außenspielgelände mit unterschiedlichen Spiel- und Klettermöglichkeiten.

 

3. Ziele unserer pädagogischen Arbeit

Situationsbezogener Ansatz/Partizipation

Wir bewegen uns im Rahmen der Richtlinien des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) von NRW und verstehen uns als Bildungseinrichtung im Elementarbereich.

Mit einem situationsorientierten Ansatz versuchen wir unsere Ziele zu erreichen, indem wir den Kindern die Fähigkeit vermitteln bzw. die Möglichkeit bieten, in der Gemeinschaft leben zu können. Das Selbstvertrauen wird gestärkt, Neugierde und Lernfreude wird geweckt, Aufgabenbewusstsein und Konzentrationsfähigkeit geübt.

Wir differenzieren zwischen den einzelnen Altersgruppen. Die U3 Betreuung hat andere Schwerpunkte als die der ü 3 Kinder. Es muss eine vertrauensvolle Grundlage geschaffen werden. Der Ablöseprozess vom Elternhaus wird behutsam und individuell vollzogen. Auch die Spiel-, Schlaf- und Essrhythmen sind bei einem Kleinkind anders. Darauf stellen wir uns ein, indem wir die Kinder liebevoll begleiten und auf ihre individuellen Bedürfnisse eingehen. Wird ein Kind 3 Jahre alt, so wechselt es in die „Große Gruppe“. Der Wechsel fällt den Kindern nicht schwer, da wir im Alltagsgeschehen einiges gemeinsam gestalten. Mindestens einmal in der Woche wird gemeinsam gesungen. Nach Absprache dürfen einige Kinder die Gruppen am Vormittag für eine Zeit wechseln. Nach dem Mittagsschlaf wird oft gemeinsam im „Großen“ Gruppenraum gespielt. Der Wechsel findet nicht so abrupt statt, sondern die Kleinen haben vorher schon Gelegenheit die Kinder und Erzieherinnen kennen zu lernen.

Um auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen zu können, bedarf es einer gründlichen Situationsanalyse. Jedes einzelne Kind wird mit seiner Persönlichkeit und Individualität wahr- und angenommen, wertgeschätzt und entsprechend seines Entwicklungsstandes gestärkt und gefördert. Es ist wichtig, dass wir durch gezielte Beobachtung die Kenntnisse erfahren, wie zur Zeit die kindlichen Bedürfnisse, Interessen und Entwicklungsstand der Kinder bzw. jedes einzelnen Kindes ist. Der Entwicklungsstand des Kindes wird regelmäßig dokumentiert. Von Geburt an lernt das Kind seine Umwelt wahrzunehmen. Die Wahrnehmung ist dabei die Grundlage kindlichen Handelns, das Kind lernt ganzheitlich mit Körper, Geist und Seele.

Aus der Situationsanalyse ergibt sich die Planung und Durchführung der pädagogischen Arbeit.

Aus den Erlebnisbereichen der Kinder entwickeln sich die Inhaltsbestimmungen der verschiedenen Bildungsbereiche, die wir laut Bildungsvereinbarung von NRW in unser Konzept mit einfließen lassen.

Bildungsbereiche sind:

  1. Sprache und Kommunikation
  2. Bewegung
  3. Musisch-ästhetische Bildung
  4. Religion und Ethik
  5. Körper, Gesundheit und Ernährung
  6. Mathematische Bildung
  7. Naturwissenschaftlich-technische Bildung
  8. Soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung
  9. Ökologische Bildung
  10. Medien

Projektarbeit, die aus den Lebensbereichen der Kinder entsteht, ermöglicht den Kindern Zusammenhänge des täglichen Lebens zu erkennen und zu verstehen. In der mit den Kindern gut vorbereite Projektarbeit fließen die zuvor genannten 10 Bildungsbereiche mit ein. Die ganzheitlich orientierten Angebote fordern die Kinder auf, selbst aktiv zu werden, sich weiter zu entwickeln und somit weitere Stärken zu finden.

Ein Beispiel ist die Kinderkonferenz, in der mit den Kindern besprochen wird, wie der Tagesablauf gestaltet werden soll. Hierbei ist es wichtig, den Kindern einen möglichst großen Entscheidungsspielraum zu lassen und sie zur eigenen Meinungsbildung und zur Übernahme von Selbstverantwortung zu motivieren. Wir geben den Kindern die Möglichkeit, durch Auseinandersetzung mit Problemen und deren Bewältigung zu lernen und zu wachsen. Es werden gemeinsam Regeln für das miteinander Umgehen erstellt. Ein ganz wichtiger Punkt ist, dass die Phantasie des Kindes geweckt und gefördert wird; denn so kann sich das Kind frei bewegen, Ängste abbauen und sich besonders im Bereich der Sprache weiterentwickeln.

 

Rechtliche Einordnung der Beteiligungsrechte

Wir beziehen uns auf den § 45 Abs.2 S. Nr.3 SGB VIII, in dem bei uns gewährleistet ist, dass nach dem Bundeskinderschutzgesetz, das Kind das Recht hat, je nach Entwicklungsstand, in angemessener Form sich in eigenen Angelegenheiten zu beschweren. Das kann natürlich auch durch einen gesetzlichen Vertreter wahrgenommen werden.

Somit partizipieren die Kinder am Geschehen der Tageseinrichtung, die ein Ort der sozialen Gemeinschaft ist, in der sich dynamische Prozesse von Kindern und Erwachsenen aufeinander beziehen. Kinder sind als Ideen- und Beschwerdeführer aktiv mit einzubringen, in dem sie bei Unzufriedenheit, auch über Ausdrucksformen wie Weinen, Zurückziehen, Aggressivität ernst und wahrgenommen werden.

Das Wohl des Kindes steht im Mittelpunkt. Zu unseren Aufgaben gehört es, sensibel zu sein für Fälle von Kindeswohlgefährdung. Unser Personal ist diesbezüglich geschult und weiß wer Ansprechpartner in der Fachberatung und beim zuständigen Jugendamt ist.

Da wir eine Elterninitiative sind, sind die Eltern besonders auch als Trägervertretung der Einrichtung, Ansprechpartner mit den Fachkräften für die Endgegennahme von Beschwerden. Durch regelmäßige Mitgliederversammlungen werden diesbezüglich Informationen ausgetauscht und Regularien festgelegt. Unser Verein hat eine Satzung, in der die rechtlichen Belange für Kinder und Eltern geregelt sind.

 

Pädagogische Schwerpunkte

Christliche und interkulturelle Erziehung

Da unsere Einrichtung früher in evangelischer Trägerschaft war, haben die damaligen Gründungseltern die christliche Erziehung in der Kindergartenvereinssatzung verankert. Wir sind zwar nicht konfessionell gebunden, lassen aber die christliche Lehre in den Tagesablauf einfließen in Form von Liedern, kreativer Gestaltung und Festen.

Es besteht noch eine Verbindung zur evangelischen Kirchengemeinde, in dem der amtierende Pfarrer einmal in der Woche zu uns kommt, mit den Kindern singt und biblische Geschichten erzählt. Des Weiteren gestaltet unser Kindergarten ca. zweimal im Jahr den Familiengottesdienst in der Erlöserkirche mit. Bei uns sind alle Familien herzlich willkommen, egal welche Religionszugehörigkeit sie besitzen. Die Religion gehört nicht zu unseren Aufnahmekriterien.

Mit dem christlichen Bewusstsein gehört es selbstverständlich zu unseren Schwerpunkten, uns mit unterschiedlichen Kulturen bzw. Religionen auseinander zu setzen. Daher ist es unsere Pflicht und Aufgabe, unterschiedliche Religion zu tolerieren und mit den Kindern vorhandene Vorurteile abzubauen. Wir ermutigen und unterstützen die Kinder, über ihren Glauben, sowie über ihre Kultur zu sprechen, um zu verstehen, was verbindet und was unterscheidet.

 

Warum integrative und inklusive Arbeit in unserer Einrichtung ?

Das Miteinander und Füreinander ist ein wichtiger Schwerpunkt. Vor diesem Hintergrund sieht unser Team auch die Möglichkeit bzw. die Notwendigkeit, Kinder mit und ohne Behinderung in unserer Einrichtung zu betreuen und ihnen die gleichen Bildungs- und Entwicklungschancen zu bieten. Dies geschieht durch die besondere Förderung des zuständigen Jugendamtes, in der in der Regel zusätzliches Personal zur Verfügung steht, das sich gezielt um die Kinder mit erhöhtem Förderbedarf kümmert.

Für die Kinder in unseren altersgemischten Gruppen gehört unbedingt dazu, zu lernen und zu begreifen, dass es viele unterschiedliche Menschen gibt mit ihren Schwächen und Stärken. Es gilt zu lernen, dass manche Menschen mehr Zuneigung und Hilfe brauchen als andere. Nur so können wir die Kinder zur Toleranz erziehen, sie stärken und vorbereiten auf die Schul- und Berufswelt.

 

Sprach- und Wahrnehmungsförderung

In den letzten Jahren haben wir festgestellt, dass Sprachstörungen und damit verbundene Entwicklungsverzögerungen immer häufiger auftreten, Wartezeiten bei Logopäden und der Frühförderstelle werden länger. Somit sind wir in stärkerem Maße gefordert, in unserer Einrichtung in diesem Bereich intensiver einzuwirken. Seit der Kibizrevision 2014 ist die alltagsintegrierte Sprachbildung und Sprachförderung gesetzlich verankert und ein wichtiger Teil unserer Konzeption geworden. Alltagsintegrierte Sprachbildung ist kein Konzept mit vorgegebenen Materialien und Zeiten, sondern orientiert sich an den individuellen Interessen und Ressourcen der Kinder. Kinder mit Migrationshintergrund bzw. mit Deutsch als Zweitsprache finden besondere Berücksichtigung. Wichtig ist, dass die Kinder mit ihren Familien in die soziale Gemeinschaft unserer Tageseinrichtung eingebunden werden. Die Sprachentwicklung eines jeden Kindes wird bei uns mit dem Beobachtungsverfahren „BaSik“ nach Renate Zimmer, dokumentiert und ausgewertet. Alle Fachkräfte unserer Einrichtung nehmen an aktuellen Fortbildungen zum Thema Sprachentwicklung teil und setzen die erworbenen Kenntnisse in unserer Einrichtung um.

Durch das vielfältige Medienangebot ist das Interesse an Büchern, speziell an Bilderbüchern, bei vielen Familien in den Hintergrund geraten. Unsere Aufgabe ist, die Lust der Kinder am Umgang mit Büchern zu wecken, so Sprache und Kultur lebendig werden zu lassen. Das Kind lernt ganzheitlich, indem wir die Geschichten malen, spielen und dazu singen. Alle Sinne sind gefordert. Das Vorführen kleiner Theaterstücke ist bei den Kindern sehr beliebt. Sprache und Phantasie kommen zum Ausdruck, Ängste werden abgebaut und das Selbstbewusstsein gestärkt. Durch Interaktion und gezielt ausgesuchte Spiele wird der Wortschatz erweitert und das Sprachverständnis geschult. Musik darf in unserem Tagesablauf nicht fehlen. Es wird viel gesungen. Dabei kommen orffsche- oder auch selbst hergestellte Instrumente zum Einsatz. Humor, Spaß- und Reimgeschichten gehören selbstverständlich mit in unseren Alltag.

Den meisten Kindern fehlt heute eine ausgewogene Stimulierung und Entwicklung aller Sinnesbereiche. Sie leben in einer reizintensiven und sensationsreichen Umwelt, ohne Zeit und Gelegenheit zu haben, die Vielzahl der Reize zu verarbeiten. Andererseits wachsen sie in einer – hinsichtlich ihrer körperlich-sinnlichen Erfahrungen – verarmten Lebenswelt auf, die ihnen viele Anregungen und Erfahrungen vorenthält bzw. verschließt.

Aus diesen Gründen bieten wir den Kindern ein Umfeld, in denen sie eine Vielzahl von Sinneserfahrungen machen können. So können Sie z. B. im Bewegungsbereich ihre Wahrnehmung durch hüpfen, klettern, balancieren, laufen etc. entwickeln, während sie im Kreativbereich durch basteln, malen und werken mit möglichst unterschiedlichen Materialien viele Erfahrungen sammeln können.

Ein weiterer Schwerpunkt ist, den Kindern die Natur näher zu bringen, ihnen eine gesunde Entfaltung in naturnaher Umgebung zu ermöglichen, sie zur Liebe zur Natur und Achtung vor der Umwelt zu erziehen. Wir ermöglichen den Kindern Körper-, Material-, Natur-, Selbst-, Sozial-, Bewegungs-, Seh- und Hörerfahrungen.

Ausflüge und Freizeiten in die nähere und weitere Umgebung geben den Kindern die Gelegenheit, intensiver Feld, Wald, Wiese, Wasser und Tiere zu erleben. Es finden regelmäßige Waldwochen statt.

Zu unserer umweltfreundlichen Erziehung gehört natürlich auch sparsamer Umgang mit Strom und Wasser, sowie Müllvermeidung.

 

Gesundheitserziehung

In unserer heutigen Fast-food-Gesellschaft ist die Ernährung häufig einseitig, sehr fett- und zuckerhaltig, was zu vermehrten Gesundheitsstörungen führt. Daher achten wir darauf, dass die Kinder ein gesundes Frühstück zu sich nehmen. Um den Kindern mögliche Alternativen zum gewohnten Frühstück aufzuzeigen, gestalten wir mit ihnen in regelmäßigen Abständen ein gemeinsames, vollwertiges Frühstück. Wir achten darauf, dass in unserer Einrichtung der Konsum von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln eingeschränkt ist. Nicht zuletzt ist das Achten auf Körperhygiene und Zahnpflege ein wichtiger Bestandteil unserer Gesundheitserziehung. Regelmäßig stattfindende professionelle Kariesprophylaxewochen werden vom Gesundheitsamt bei uns durchgeführt.

 

Förderung der Schulanfänger

Wir sehen unsere Aufgabe darin, die Grundlagen für die Schulfähigkeit nicht nur ein Jahr vor der Schule, sondern während der gesamten Kindergartenzeit (2 -6 Jahren) zu schaffen.

Die Kinder werden jederzeit nach ihrem Entwicklungsstand, ihren Erfahrungen, Interessen und Können gefördert, ohne die Selbstbestimmung außer Acht zu lassen. Der soziale, emotionale, kognitive und motorische Persönlichkeitsbereich des Kindes wird von uns als Gesamtheit gesehen und in allem was wir tun, berücksichtigt.

Um den Kindern den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule zu erleichtern und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Vorfreude auf die Schule mit Gleichgesinnten auszuleben, bieten wir mehrere Angebote für die Schulanfänger an.

Zu bestimmten Projekten ziehen wir die Mithilfe von Institutionen heran, wie Feuerwehr, Zahnprophylaxe, Verkehrserziehung usw. Um den Kindern die künftige Schule bekannt zu machen, bietet die Schule Möglichkeiten, am Unterricht oder an anderen Schulaktionen teilzunehmen.

Zum Abschluß der Kindergartenzeit findet eine Abschlussfeier mit Eltern und Geschwistern statt. Anschließend übernachten die Kinder im Kindergarten.

 

Raumnutzung

Jedes Kind geht morgens in seinen Gruppenraum, wird dort begrüßt und kann sich zunächst einmal orientieren. Vor einigen Jahren war es noch so, dass alle 25 Kinder in einem Raum den Vormittag verbrachten. Dieses können wir aus heutiger Sicht aus pädagogischen Gründen nicht mehr vertreten. Um jedem Kind gerecht zu werden, dass es sich entwickeln kann, dass es soziale Kontakte knüpfen und seine Kreativität ausleben kann, ist es wichtig, dass wir die Räumlichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, optimal nutzen.

In Gruppenraum der Ü 3 Betreuung („Kichererbsen“), befindet sich eine Bauecke, ein Kreativbereich, einige Tische, an denen Spiele wie Memory oder Puzzles o.ä. gespielt werden können. Weiterhin gibt es einen Nebenraum, der variabel nutzbar ist (Rollenspielbereich, Puppenecke).

Zum Kneten und Wasserfarbenmalen steht beiden Gruppen der Flur zur Verfügung. Je nach Situation können die Kinder auch das Außenspielgelände während des Freispiels nutzen, indem sich die Kinder an bestimmte Absprachen halten müssen.

Im Gruppenraum der U 3 Betreuung („Möhrenzwerge“), befindet sich die „Kleine Gruppe „ mit 10 Kindern von 0,4-3 Jahren. Dieser Raum ist etwas anders gestaltet. Es gibt eine Teppichfläche mit Schaumstoffmodulen, viele Kissen, Spielzeug zum Tasten, Greifen, Hochziehen, variable Hochstühle, Babywippen. Angrenzend zum Gruppenraum befindet sich der Schlafraum mit 6 Schlafplätzen und der Wickelraum, ein weiterer Schlafraum mit 4 Schlafplätzen steht zur Verfügung.

Im Nebengebäude steht uns noch ein Bewegungsraum, ein Personalraum, der auch als Förder- und Therapieraum und zur gezielten Kleingruppenarbeit genutzt wird, zur Verfügung. Diese Räume werden täglich genutzt, da sonst die Räume im Hauptgebäude nicht ausreichend wären. Ebenso befindet sich ein Sanitärbereich und ein Ruheraum für die größeren Kinder in diesem Gebäude. Alle Räumlichkeiten sind in den letzten 2 Jahren renoviert worden.

Nach Absprache zwischen Kind und Erzieherin beider Gruppen, kann der Gruppenraum für eine bestimmte Zeit gewechselt werden. Bei der Raumnutzung sind wir immer gefordert, Bestehendes zu überprüfen, entsprechend zu verbessern, um den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Im Hinblick auf die integrative Arbeit und der Betreuung der U3 Kinder ist es wichtig, dass die Räume so gestaltet sind, dass man immer wieder etwas verändern kann, zur Seite schieben bzw. umfunktionieren kann.
Das Mittagessen wird in den jeweiligen Gruppenräumen eingenommen. Es findet eine einstündige Mittagsruhe statt.

 

Der Tagesablauf

Der Frühdienst beginnt um 7:00 Uhr. Die kommenden Kinder werden von 2 Erzieherinnen in Empfang genommen. Gemeinsam werden die Gruppenräume sowie die Frühstückstische vorbereitet. Das mitgebrachte Frühstück kann von den Kindern bis ca. 9:45 Uhr im Frühstücksbereich im jeweiligen Gruppenraum eingenommen werden.

Um 8:00 Uhr treffen alle übrigen Mitarbeiterinnen ein. Es werden Informationen ausgetauscht, bzw. der Tagesplan wird kurz besprochen. Anschließend geht jeder in seinen Bereich, bereitet seine Spielangebote vor und ist Ansprechpartner für die Kinder.

Von 8:00 Uhr bis ca. 10:30 Uhr findet das Freispiel statt, d.h. jedes Kind kann wählen, wo es zunächst spielen möchte oder welches Angebot es im Kreativbereich oder im Bewegungsbereich wahrnehmen möchte. In dieser wichtigen Zeit nutzen die Erzieherinnen die Möglichkeit der Situationsanalyse. Entsprechend finden in diesem Zeitraum zwischen 8:00 Uhr und 10:30 Uhr gezielte Förderungen statt – z.B. im Sprach-, Bewegungs- und Wahrnehmungsbereich. Wobei der Zeitraum je nach Situation variabel ist (Wetter, Stimmung usw.).

Um ca. 10:30 Uhr werden die einzelnen Spielbereiche gemeinsam aufgeräumt. In beiden Gruppen ist es üblich, dass nach dem Aufräumen ein Sitzkreis stattfindet, in dem gesungen, erzählt und gespielt wird. Anschließend spielen die Kinder auf dem Außengelände.

Um 11:15 Uhr beginnt das Mittagessen für die Möhrenzwerge, um ca.11:45 Uhr für die Kichererbsen. Anschließend beginnt die Mittagsruhe bis ca. 14:00 Uhr. Die Nachmittage werden vielfach für Exkursionen und gezielte Vorschularbeit genutzt.

Weiterhin sind die Nachmittage wichtig, um Elterngespräche, Planungen und Teamgespräche zu führen. Die Einrichtung schließt um 16:00 Uhr.

 

Rolle der Erzieher/-innen


Unsere Aufgabe ist es, aktiv zu begleiten, sie soviel wie möglich zu unterstützen, die Kinder zu bestärken und ihnen Freiräume zu schaffen, ihnen aber auch Grenzen und Regeln aufzuzeigen. Ein partnerschaftlicher Umgang und die Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse aller Kinder ist für uns Grundvoraussetzung. Unsere Aufgabe ist nicht, als Organisator und Animateur für die Kinder tätig zu werden, sondern als Partner den Kindern Entwicklungsschritte zu ermöglichen, sie in ihren eigenen Ideen zu unterstützen, Impulse zu liefern, die sie nach ihren Vorstellungen umsetzten können. Uns ist wichtig, nicht für die Kinder zu arbeiten sondern mit ihnen. Klare Anweisungen und Abstimmungen im Team sind wichtig, bzw. Grundvoraussetzung für eine fruchtbare Arbeit.

Jede Erzieherin ist zunächst verantwortlich für ihre Gruppe. Ihre Aufgabe ist, durch intensiven Austausch mit Kolleginnen Informationen zum Entwicklungsstand des Kindes zu sammeln, Situationsanalysen und Entwicklungsberichte zu erstellen und Förderangebote zu erarbeiten und einzuleiten. Sie ist feste Ansprechpartnerin für die Eltern und findet Wege, ihnen evtl. Fördermöglichkeiten außerhalb des Kindergartens aufzuzeigen.

 

4. Zusammenarbeit der Mitarbeiterinnen

Teambesprechungen

Es ist immer wieder eine Herausforderung an alle Mitarbeiterinnen, sich kooperativ und wertschätzend einzusetzen. Uns ist klar, dass Werte wie Toleranz, Achtung, Offenheit und Verständnis nur dann an die Kinder vermittelt werden können, wenn sie verinnerlicht sind, sie vorgelebt werden und wir uns unserer Vorbildfunktion bewusst sind. Gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung sind für uns wichtige Voraussetzungen für eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. Jedes Teammitglied ist wichtiger Bestandteil des Teams und wird mit seinen Stärken und Schwächen respektiert. Stärken der Erzieherinnen werden an den entsprechenden Funktionsbereichen motivierend eingesetzt. Schwächen der Kolleginnen können kompensiert werden. Es muß klar sein, dass alle sich für die gesamte Einrichtung verantwortlich fühlen.

Ein gutes Team zeichnet sich dadurch aus, dass man in der Lage ist, Konflikte bzw. Meinungsverschiedenheiten offen und sachlich auszutragen. Das ist mitunter schwierig, da Alter und unterschiedliche Lebenserfahrungen Konfliktpotenzial mit sich bringen. Da ist insbesondere die Leitung gefordert, in Teambesprechungen die Themen bzw. Probleme anzu-
sprechen und sie wertschätzend und der Sache dienend zu lösen, gegebenenfalls eine Supervision anzubieten.

Planung

Da wir situationsbezogen arbeiten, ergibt sich aus der Situationsanalyse die jeweilige Planung. Es kommt darauf an, was die Kinder aktuell interessiert, so dass wir gemeinsam mit den Kindern und Kolleginnen ein Projekt aus den vorab genannten Bildungsbereichen wählen und gemeinsam durchführen.

In den Teambesprechungen findet eine Jahresplanung statt, wie z. B. Veranstaltungen, die mit anderen öffentlichen Einrichtungen wie Schule, Theater, Jugendzentrum, Sportschule, Kirche, Musikschule usw. abgesprochen werden müssen. Außerdem werden Dienstpläne erstellt wie Küchendienst, Sportplan und Frühdiensteinteilung.

Fortbildung

Wichtig für eine gute pädagogische Arbeit ist, dass das Team sich weiterentwickelt und seine Arbeit reflektiert. Unser Team nimmt regelmäßig an aktuellen Fortbildungen teil, um das pädagogische Wissen zu erweitern und zu festigen.

5. Elternarbeit

Da wir eine Elterninitiative sind, stehen wir in ständigem Kontakt mit den Eltern, denn sie sind auch Träger des Kindergartens. Durch eine aktive Vereinsarbeit wird der Kindergarten aufrechterhalten. Die Eltern als Träger sind mit verantwortlich für das Bildungskonzept und das Personal unserer Einrichtung. Der Vorstand mit der Leitung ist Ansprechpartner für die zuständigen Behörden und Institutionen.

Es finden regelmäßige Vorstandssitzungen statt, in denen Planungen und Zielsetzung mit Erzieherinnen und Eltern erarbeitet werden. Terminvereinbarungen finden für besondere Beratungsgespräche statt. Der Vorstand, der ausschließlich aus Mitgliedern des Trägervereins besteht, ist auch zusammen mit dem pädagogischen Personal Anlaufstelle für Beschwerden der Kinder und Eltern. Der Kindergarten dient als Kommunikationsstätte, z. B. für lockere Gesprächsnachmittage, Bastelnachmittage und Eltern-Kind-Aktionen. Bei Festen und außergewöhnlichen Arbeiten in und an der Einrichtung wie z. B. Streichen der Wände, Gartenaktionen, Fensterputzen usw. werden Eltern beteiligt und um Mithilfe gebeten.

 

6. Öffentlichkeitsarbeit

Die Vernetzung zwischen Institutionen und öffentlichen Einrichtungen ist unerlässlich. In unserem Ort finden seit geraumer Zeit Treffen zwischen den Kindertagesstätten, Schule, Sozialamt, Jugendamt, Schulen und Jugendzentrum statt.

Ziel ist es, aufeinander zuzugehen um die Amtswege zu verkürzen und für alle Beteiligten die Themenbereiche, die auch alle betreffen, zu erörtern. Um das Kind optimal zu fördern, ist es wichtig, dass wir in den Eltern entsprechende Fördermöglichkeiten aufzeigen. Dazu gehört z. B. die Vermittlung einer Erziehungsberatungsstelle, von Logopäden, Ergotherapeuten, der Frühförderstelle und des psychologischen Dienstes.

Die Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Kindergarten findet statt, in dem wir u.a. mit den Vorschulkindern in der Schule hospitieren. Seit der Bildungsvereinbarung und der Sprachstandserhebung hat sich die Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Kindertagesstätten wesentlich verbessert. Seit 2014 besteht ein Kooperationsvertrag zwischen Kitas, Grund- und Primusschule, in dem regelmäßige Treffen und Veranstaltungen, Bildungsprozesse und Bildungsverständnis verankert sind.

Wir begrüßen die gute Zusammenarbeit mit dem Therapiezentrum Volmetal, der Frühförderstelle, der Praxis Anschwung, der Musikschule, der Sportschule Strackbein und dem Jugendzentrum in Schalksmühle. Nach Absprache dürfen wir für größere Veranstaltungen mit Eltern und Kindern die großzügigen Räumlichkeiten nutzten. Es besteht ein guter Kontakt zur evangelischen Kirchengemeinde. Hin- und wieder finden gemeinsame Veranstaltungen in der Kirche und im Gemeindehaus statt.

Für unsere Öffentlichkeitsarbeit ist es unerlässlich, dass bei besonderen Veranstaltungen, die örtliche Presse benachrichtigt wird. Um weiterhin für Öffentlichkeit zu sorgen, sind Flyer, in denen Informationen über unsere Einrichtung festgehalten sind, in Vorbereitung.

 

7. Qualitätsmanagement/Evaluierung

Durch regelmäßige Treffen mit dem Träger der öffentlichen Jugendhilfe, regelmäßige Fachkonferenzen des paritätischen Wohlfahrtsverbandes als Fachberatung, Vorstandssitzungen unseres Vereins und Teamsitzungen werden Qualitätsstandarts unserer pädagogischen Arbeit überprüft, reflektiert und weiterentwickelt (evaluiert). Somit ist gewährleistet, dass unsere Einrichtung mit ihrem pädagogischen Konzept den zur Zeit gesellschaftspolitischen und gesetzlichen Grundlagen entspricht, jedoch in erster Linie die pädagogischen Ziele unserer Elterninitiative verfolgt.

 

Verantwortlich für die Konzeption:

–  Margit Wirth Erzieherin – ehem. Leitung
–  Elke Gabler-Peyinghaus Erzieherin – Leitung
sowie folgende Mitarbeiterinnen:
– Iris Rüther Erzieherin
– Petra Strackbein Erzieherin
Der Vorstand als Träger der Einrichtung:
– Britta Becker- Engels 1. Vorsitzende
– Seref Kuzucuoglu 2. Vorsitzende
– Jasmin Kohlhage 3. Kassierer

 

Stand: Oktober 2018